Die schönsten Wanderwege im Waldviertel – direkt vom edelførst-Gelände durch den Naturpark Hochmoor, plus drei lohnenswerte Touren in kurzer Anfahrt.

Die meisten Wanderführer für das Waldviertel empfehlen Touren, für die man erst einmal eine halbe Stunde ins Auto steigen muss. Wir machen es bei uns andersherum: Die schönste Runde beginnt nicht auf einem Wanderparkplatz, sondern direkt am Tor des edelførst-Geländes – ein paar Schritte zu Fuß durch den Steinbruchwald, und schon steht man am Eingang zu einem der außergewöhnlichsten Naturräume Niederösterreichs.
Das ist einfach Geografie: Der Naturpark Hochmoor Schrems liegt buchstäblich vor unserer Haustür. Und für einen großen Teil unserer Gäste ist es die wichtigste Erkenntnis ihres Aufenthalts, dass die spannendste Wanderung der Region keine Anreise braucht.
Was daraus entsteht, ist ein Tagesrhythmus, den man aus Hotels mit großen Lobbys und Frühstücksbuffets nicht kennt: Morgens wach werden zwischen den Baumwipfeln, Kaffee auf der Terrasse des Baumhauses, Schuhe an, Tür zu – und zehn Minuten später steht man in einer Landschaft, die es in Österreich nur ein paar Mal gibt. Kein Auto, kein Parkplatz, keine Eintrittsschranke. Wer abends zurückkommt, steht nicht im Stau, sondern in der Dusche des eigenen Baumhauses.
Trotzdem gibt es Wandertouren im Waldviertel, für die wir den Schlüssel ans Auto nehmen würden – und die wir am Ende dieses Artikels erklären. Aber zuerst der Reihe nach: das Hochmoor.
Direkt vor der Haustür: Wandern im Naturpark Hochmoor Schrems
Der Naturpark Hochmoor liegt am nordwestlichen Rand von Schrems und ist Teil eines der letzten zusammenhängenden Hochmoorgebiete Niederösterreichs. 2015 wurde er zum schönsten Naturpark Österreichs gewählt – eine Auszeichnung, die bei einem Besuch sofort verständlich wird.
Drei beschilderte Wanderrouten unterschiedlicher Länge führen durch das Hochmoor, alle starten am Parkplatz beim UnterWasserReich. Vom edelførst-Gelände sind es ein paar Gehminuten dorthin – entweder direkt am Moorbad vorbei oder über den nördlichen Waldrand. Welcher Weg sich anbietet, hängt davon ab, wie viel Zeit man hat – und wie tief man ins Moor eintauchen möchte.
Drei Routen, drei Charaktere
Hochmoor-Wanderweg (Tut-gut-Route 1) – etwa 5 km, ~1,5 Stunden
Das ist die Route, die wir fast allen unseren Gästen empfehlen. Sie führt vom UnterWasserReich entlang der alten Torfstiche durch die offene Moorlandschaft, vorbei an der Himmelsleiter, weiter am Brunnberg zum Schlagkreuz und zurück. Praktisch keine Höhenunterschiede, gut begehbare Wege, ideal für Menschen, die nicht Stunden unterwegs sein wollen, aber trotzdem einen vollwertigen Naturpark-Eindruck mitnehmen möchten.
Was die Route besonders macht: Die Landschaft wechselt deutlich. Erst dichter Moorwald, dann offene Wasserflächen der Torfstiche, dann der Aufstieg auf die Himmelsleiter mit dem Weitblick über das gesamte Gebiet, schließlich der Rückweg durch den Kirchenwald. Auf engem Raum sieht man, wie vielschichtig ein Hochmoor ist.
Naturparkweg (Tut-gut-Route 2) – etwa 11 km, ~3,5 Stunden
Wer sich mehr Zeit nimmt, nimmt diese Runde. Sie schließt die kürzere Route ein und erweitert sie über Langschwarza, Neuhöf und den ehemaligen Steinbruch Brombühel. Auch hier praktisch flach, aber ein deutlich anderer Charakter: Mehr offene Landschaft, mehr Felder, mehr klassisches Waldviertel zwischen den Moorabschnitten. Eine Tagesrunde mit Variation.
Moor und Feld (Route 3) – kürzere Schleife durchs Hochmoor
Die dritte beschilderte Route ist eine Variante der größeren Runde, die sich vor allem auf den Moorabschnitt konzentriert. Eine gute Wahl für alle, die zwischen den beiden Längen etwas Mittleres suchen.
Alle drei Routen sind als „tut-gut"-Wanderwege markiert (rote Pfeile), kostenfrei und auch außerhalb der UnterWasserReich-Öffnungszeiten begehbar.
Worauf man im Hochmoor achten sollte
Eine Hochmoor-Wanderung ist dann am schönsten, wenn man den Blick verändert. Wer nur den Weg geht und auf die Distanz schaut, verpasst die eigentliche Sache.
Das Schremser Hochmoor zeigt eine Vegetation, die man im normalen Mischwald nicht findet. Sonnentau zum Beispiel – eine winzige fleischfressende Pflanze, die mit klebrigen Tröpfchen Insekten fängt und auf den nährstoffarmen Moorböden ihre Nische gefunden hat. Wollgras, das im Frühsommer aussieht wie weiße Wattebäusche über den Wasserflächen. Sumpfporst, ein stark duftendes Heidekrautgewächs, das in vielen europäischen Ländern auf der Roten Liste steht. Moorbirken, die wie weiße Striche aus dem Dunkel ragen.
Im Wasser, wenn man Glück hat: der seltene Moorfrosch, der sich während der Paarungszeit blau färbt. Wasserschlauch, eine Unterwasserpflanze, die mit kleinen Fangblasen Mikroorganismen einsaugt. Sumpfschwertlilien und Gelbe Teichrosen auf den offenen Wasserflächen.
Wir, das edelførst-Team, geben unseren Gästen oft mit auf den Weg: Macht das Tempo bewusst langsamer als üblich. Bleibt öfter stehen. Schaut in die kleinen Pfützen am Wegrand, nicht nur auf die Aussicht. Das Hochmoor zeigt seine Besonderheiten nicht aus großer Distanz, sondern im Detail. Wer das einmal verstanden hat, wandert hier anders als sonst.
Wenn die Anreise lohnt: Drei Wanderhighlights mit kurzem Auto-Stück
Es gibt Tage, an denen man eine größere Wanderung will – oder einfach Lust auf eine andere Landschaft hat. Drei Ziele empfehlen wir aus Erfahrung besonders gerne:
Naturpark Blockheide Gmünd (~25 Minuten Fahrt)
Wenn wir Gästen für einen halben Tag eine Alternative zum Hochmoor empfehlen, dann meistens die Blockheide. Die Anreise dauert keine halbe Stunde, und die Landschaft ist eine ganz andere: keine Moorflächen, sondern eine sanfte Heide- und Waldlandschaft mit den berühmten Wackelsteinen – riesige Granitblöcke, die durch jahrtausendelange Verwitterung so geformt wurden, dass einige tatsächlich wackeln, wenn man sie an der richtigen Stelle berührt.
Der Marienkäferweg ist die längste der drei markierten Rundtouren mit etwa 5,6 km, gut machbar für einen halben Tag. Er führt vorbei an Christophorusstein, Teufelsbett und Pilzstein, am Blockheideteich mit der Hubertuskapelle und am 25 Meter hohen Aussichtsturm auf der Gmündner Höhe (519 m). Wer es kürzer mag, nimmt eine der zwei kürzeren Themenrouten.
Naturpark Heidenreichsteiner Moor (~25 Minuten Fahrt)
Heidenreichstein liegt nordöstlich von Schrems und beherbergt eines der eindrucksvollsten Hochmoore Mitteleuropas. Zwei Rundwanderwege erschließen das Gebiet: der Teichweg und der Moorlehrpfad. Beide sind als Moorlehrpfade konzipiert – mit Stationen zur Torfgewinnung, zur Moorvegetation und zur Geschichte der Region. Wer im Hochmoor Schrems Lust auf mehr Moor bekommen hat, findet hier die Fortsetzung in größerem Maßstab.
Tipp: Im Sommer (Mai bis September) werden auch geführte Wanderungen angeboten – eine gute Möglichkeit, die unsichtbaren Schichten der Landschaft kennenzulernen.
Naturpark Nordwald (~40 Minuten Fahrt)
Etwas weiter weg, aber landschaftlich anders. Der Nordwald liegt zwischen Karlstift und Bad Großpertholz und bietet dichten Mischwald, kleine Bäche und den Aussichtsturm Schwarzenberg. Eine schöne kürzere Runde ist der etwa 4,5 km lange Naturpark-Nordwald-Reichenauer-Bach-Rundweg. Gute Adresse für alle, die ein bisschen Höhenunterschied (~160 m) und das Gefühl von „echtem" Wald suchen.
Die beste Wanderzeit im Waldviertel
Das Waldviertel zeigt im Lauf des Jahres sehr unterschiedliche Gesichter:
Frühling (April–Mai). Die Moor- und Heidelandschaft erwacht. Sumpfschwertlilien blühen, der Boden ist noch feucht, die Luft frisch. Sehr klare Sichtweiten an guten Tagen. Festes Schuhwerk empfehlenswert – die Wege im Naturpark sind nach Regen oft matschig.
Sommer (Juni–August). Hochsaison für Vegetation: Wollgras, Sonnentau, Wasserlilien. Für Wanderungen empfehlen sich frühe Vormittage oder Spätnachmittage; in der Mittagshitze wird auch das Waldviertel anstrengend, vor allem auf offenen Strecken.
Herbst (September–Oktober). Unsere Lieblingszeit. Die Birken färben sich gold, das Licht wird klarer, die Touristensaison flacht ab. Stille Wanderungen unter ehrlich schönem Himmel. Für viele unserer Gäste die schönste Wanderzeit des Jahres.
Winter. Die Hauptrouten sind ganzjährig zugänglich, aber im Naturpark gibt es keinen Winterdienst. Bei Schnee und Frost wird das Hochmoor zu einer reduzierten, fast skandinavischen Landschaft. Die Himmelsleiter ist von April bis Oktober zugänglich – im Winter also keine Aussicht von oben, aber dafür die Stille einer fast leeren Landschaft.
Häufige Fragen zum Wandern im Waldviertel
Welche Wanderung im Waldviertel empfehlt ihr für einen halben Tag?
Direkt vom edelførst aus den Hochmoor-Wanderweg (Tut-gut-Route 1, etwa 5 km, 1,5 Stunden). Wenn man bereit ist, eine knappe halbe Stunde ins Auto zu steigen, lohnt sich der Marienkäferweg im Naturpark Blockheide (5,6 km).
Wo kann man im Waldviertel wandern, ohne Höhenmeter zu machen?
Im gesamten Naturpark Hochmoor Schrems gibt es praktisch keine Höhenunterschiede. Auch das Heidenreichsteiner Moor ist weitgehend eben. Beide Gebiete sind ideal für ungeübte Wanderer und alle, die einfach in Ruhe Landschaft erleben möchten.
Wann ist die beste Zeit zum Wandern im Waldviertel?
Aus unserer Sicht im edelførst: Herbst (September/Oktober) für die Lichtstimmung und reduzierten Besuch, Frühling (April/Mai) für die erwachende Vegetation. Im Hochsommer empfehlen sich frühe Vormittage oder späte Nachmittage.
Brauche ich für Waldviertler Wanderungen besondere Ausrüstung?
Nein. Festes Schuhwerk und wetterangepasste Kleidung reichen für alle hier beschriebenen Routen. Das Waldviertel ist keine Bergregion – Wanderstöcke, Steigeisen oder ähnliches sind nirgendwo notwendig. Bei Regen werden die Wege im Hochmoor matschig, dann lohnen sich wasserdichte Schuhe.
Wie weit ist es vom edelførst-Gelände bis zum Naturpark Hochmoor?
Wenige Gehminuten zu Fuß. Das ist einer der Gründe, warum wir den Standort lieben: kein Auto, kein Parken, keine Anreise – einfach losgehen.
Die schönste Eigenschaft einer Wanderung im Waldviertel ist nicht die Distanz und nicht der Höhenunterschied. Es ist die Stille. Wer zum ersten Mal aus dem dichten Moorwald an die offenen Wasserflächen tritt, versteht, warum manche Gäste wegen der Wanderwege wiederkommen – nicht wegen der Spektakel, sondern wegen der Ruhe.
Wer mehr über die Region und ihre Highlights erfahren möchte, findet in unseren Artikeln zur Himmelsleiter Schrems, zum Moorbad Schrems und zum UnterWasserReich drei Orte, die sich gut zu einem Wander-Wochenende verbinden lassen.
Thomas Mang
Geschäftsführer & Gründer
Thomas Mang ist Unternehmer im Bereich Hospitality und Geschäftsführer der edelførst Baumhäuser. Er entwickelt und betreibt mehrere Projekte, die für außergewöhnliche Aufenthalte stehen. Seine größte Motivation ist es, Orte zu schaffen, die Menschen glücklich machen und einzigartige Emotionen vermitteln. Die Baumhäuser sind für ihn ein Ort, der ihn auch nach zahlreichen Übernachtungen immer wieder aufs Neue fasziniert.
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Tady můžeš prostě nedělat nic. Číst si knihu, pozorovat přírodu, nechat myšlenky volně proudit. Absolutní ticho - přerušované pouze šustěním listí a občasným ptačím zpěvem.












