Die Himmelsleiter Schrems ist eine 18,4 m hohe Aussichtswarte mitten im Hochmoor. 108 Stufen, kostenlos zugänglich, wenige Gehminuten vom edelførst entfernt.

Es ist halb sechs Uhr früh. Auf der schmalen Plattform in 18,4 Metern Höhe steht jemand mit einer Thermoskanne und schaut zum östlichen Horizont, wo sich gerade die ersten warmen Streifen über das Moor legen. Unten liegen die Wasserflächen der Torfstiche wie schwarze Spiegel, dazwischen die hellen Stämme der Birken, der Saum des Nadelwaldes am Rand. Kein Geräusch außer dem leisen Knirschen der Holzkonstruktion, wenn der Wind durch die 58 Fichtenstämme zieht.
So beginnt einer der schönsten Tage, die das Waldviertel zu bieten hat – auf der Himmelsleiter Schrems, einer Aussichtswarte, die nicht ganz so heißt, weil sie hoch wäre, sondern weil sie aus der Erde wächst wie ein Stück Architektur, das bewusst leise sein will.
Was die Himmelsleiter besonders macht
Die Himmelsleiter Schrems ist eine 18,4 Meter hohe Holzkonstruktion mitten im Naturpark Hochmoor. 108 Stufen aus Stahl winden sich zwischen 58 paarweise aufgestellten Fichtenstämmen nach oben zu einer schmalen Plattform. Entworfen wurde sie vom Wiener Architekten Manfred Rapf, gebaut 2002 und im selben Jahr mit dem Niederösterreichischen Holzbaupreis ausgezeichnet.
Was sie von anderen Aussichtstürmen unterscheidet: Die Himmelsleiter steht nicht auf einem Hügel. Sie steht im Moor. Wer oben ankommt, blickt nicht über eine Landschaft hinweg, sondern mitten hinein. Das macht den Unterschied zwischen einem Postkarten-Ausblick und einem Ort, an dem man eine Weile bleibt.
Architekturkritiker haben das Bauwerk als „neuen Typus" beschrieben – eine feine Antwort auf die Unermesslichkeit der Natur, die durch Klarheit der Konstruktion und Bewegungsfreiheit auf dem Hochsteg überzeugt. Wer einmal oben war, versteht die Begeisterung.
Vier Tageszeiten, vier Himmelsleitern
Wir, das edelførst-Team, beobachten seit Jahren, wie unterschiedlich Gäste den Ort beschreiben – und merken: Es liegt fast immer an der Tageszeit. Hier unsere ehrliche Einordnung:
Sonnenaufgang (April–September meist zwischen 5:30 und 6:30 Uhr). Unsere klare Empfehlung für alle, die einmal etwas wirklich Stilles erleben wollen. Über dem Moor liegt fast immer Nebel, der sich langsam hebt. Die Plattform ist zu dieser Zeit praktisch immer leer. Wer im edelførst übernachtet, hat einen großen Vorteil: zehn Minuten zu Fuß durch den erwachenden Wald, dann steht man oben.
Vormittag (9–12 Uhr). Klare Sicht, angenehme Temperaturen, gute Sichtweite über das Moor. Familien-freundlich, weniger atmosphärisch als der frühe Morgen, aber dafür berechenbar. Wer den Aufstieg ohne Anstrengung mit Kindern angehen will, kommt zu dieser Zeit.
Später Nachmittag (ab 16 Uhr). Das Licht wird wärmer, die Schatten länger, die Stämme der Birken werfen plötzlich Streifen über das Wasser. Eine sehr stimmungsvolle Zeit.
Sonnenuntergang. Unsere zweite klare Empfehlung. Im Sommer um 20:30, im Frühherbst gegen 19:00. Der Himmel über dem Moor zeigt Farbverläufe, die fotografisch kaum einzufangen sind – am besten einfach hinsetzen und schauen.
Eine Variante für sehr Sportliche
Manche unserer Gäste haben aus dem Besuch der Himmelsleiter etwas gemacht, das wir selbst so nicht erfunden hätten – aber gut finden: Sie laufen morgens eine Runde durch den Moorwald, etwa 3 bis 4 Kilometer auf den ebenen Wegen rund um das Hochmoor. Der Schlusspunkt: Sprint hoch auf die 108 Stufen der Himmelsleiter, oben kurz Atem holen, Aussicht aufnehmen, wieder hinunter.
Das ist nichts für jeden – die Stufen sind steiler als sie auf Fotos aussehen, und die letzten zwanzig kosten ehrlich Kraft. Aber für sportliche Gäste ist es eine der schönsten Trainingsrunden, die wir kennen. Eine, die mit einem Frühstück im Baumhaus endet und das Gefühl hinterlässt, den Tag wirklich begonnen zu haben.
Was du oben siehst
Die Plattform ist schmal, aber lang genug, dass mehrere Menschen Platz finden, ohne sich gegenseitig im Bild zu stehen. Der Blick geht in alle Richtungen, ungehindert.
Im Vordergrund die alten Torfstiche – rechteckige Wasserflächen, die einmal als Industrieanlage angelegt waren und jetzt langsam von der Natur zurückerobert werden. Dazwischen Inseln aus Moorbirken, weiße Stämme gegen das tiefe Grün der Nadelbäume. Am Horizont der lange Saum des Naturparks, an klaren Tagen der Blick weit hinaus ins offene Waldviertel.
Was du nicht siehst, aber spürst: Das Moor ist lebendig. Es atmet. Es speichert CO₂. Es beherbergt Moorfrösche, Sonnentau (eine fleischfressende Pflanze), Sumpfschwertlilien und seltene Libellen. Das gesamte Schremser Hochmoor ist als Ramsar-Schutzgebiet international anerkannt und Teil von Natura 2000.
Wandern rund um die Himmelsleiter
Die Himmelsleiter ist das Highlight, aber selten der ganze Ausflug. Zwei Routen lohnen sich besonders:
Hochmoor-Rundweg (etwa 3,5 km, ~1,5 Stunden). Vom Besucherzentrum UnterWasserReich durch den Moorwald zur Himmelsleiter und zurück. Praktisch flach. Ideal für einen entspannten Vormittag.
Naturparkweg (etwa 11 km, ~3,5 Stunden). Die größere Runde über Langschwarza, Neuhöf und den ehemaligen Steinbruch Brombühel. Für alle, die sich richtig bewegen wollen.
Beide Wege sind als „tut gut"-Wanderwege markiert (rote Pfeile) und praktisch ohne nennenswerte Höhenunterschiede – das macht den Naturpark Hochmoor auch für ungeübte Wanderer und Familien attraktiv.
Ein Ort, der zu mehreren passt
Was die Himmelsleiter so wertvoll macht: Sie lässt sich gut mit anderen Orten in der Nähe verbinden. Das UnterWasserReich Schrems liegt am Ausgangspunkt des Wanderwegs und erklärt mit interaktiven Stationen, was man von oben nicht sieht: das Leben unter der Moor-Oberfläche, vom Fischotter bis zur seltenen Libelle.
Nur wenige Gehminuten weiter beginnt das Moorbad Schrems – ein kostenloser Naturbadeteich mit moorhältigem Wasser. Wer im Sommer am Vormittag die Himmelsleiter besteigt und nachmittags ins Moor schwimmt, hat einen Tag, der nirgendwo sonst in dieser Form möglich ist.
Wir empfehlen unseren Gästen oft genau diese Kombination – nicht als straffes Programm, sondern als losen Vorschlag. Im Waldviertel funktioniert Tourismus dann am besten, wenn er sich nicht wie Tourismus anfühlt.
Häufige Fragen zur Himmelsleiter Schrems
Wie viele Stufen hat die Himmelsleiter Schrems?
Die Himmelsleiter hat 108 Stufen. Die Treppe windet sich aus verzinktem Stahl zwischen 58 paarweise aufgestellten Fichtenstämmen nach oben.
Wie hoch ist die Himmelsleiter?
Die Aussichtsplattform liegt in 18,4 Metern Höhe. Damit überragt sie die meisten umliegenden Bäume des Naturparks Hochmoor.
Kostet die Himmelsleiter Eintritt?
Nein. Der Zugang zur Himmelsleiter ist kostenlos und ohne Reservierung möglich.
Wann hat die Himmelsleiter geöffnet?
Die Himmelsleiter ist von April bis Ende Oktober bei Schönwetter frei zugänglich. Bei starkem Wind, Gewitter oder Nässe wird sie aus Sicherheitsgründen gesperrt.
Wie weit ist es vom Parkplatz zur Himmelsleiter?
Vom kostenlosen Parkplatz beim UnterWasserReich (Moorbadstraße 4, 3943 Schrems) sind es etwa 15 Minuten zu Fuß auf dem markierten Hochmoor-Rundweg.
Ist die Himmelsleiter für Kinder geeignet?
Ja, ab etwa fünf Jahren. Die Stufen sind aus Stahl, mit Geländer auf beiden Seiten, Zwischenpodeste laden zum Verschnaufen ein. Kleinere Kinder sollten an die Hand genommen werden, vor allem auf der Plattform oben.
Wer hat die Himmelsleiter entworfen?
Die Aussichtswarte wurde vom Wiener Architekten Manfred Rapf entworfen, ausgeführt von der Horner Firma Graf-Holztechnik mit Tragwerksplanung von Johann Zehetgruber. Sie wurde 2002 fertiggestellt und im selben Jahr mit dem Niederösterreichischen Holzbaupreis ausgezeichnet.
Wie weit ist die Himmelsleiter von edelførst entfernt?
Wenige Gehminuten. Vom edelførst-Gelände im ehemaligen Granitsteinbruch erreicht man den Eingang zum Naturpark Hochmoor zu Fuß – ohne Auto, ohne Parkplatzsuche.
Die Himmelsleiter Schrems ist einer dieser Orte, die nicht laut werden, sondern bleiben. Wer einmal bei Sonnenaufgang oben gestanden hat, versteht, warum manche Gäste schon bei der Buchung sagen, dass sie genau wegen dieser zehn Minuten Fußweg wieder kommen.
Wer den Naturpark als Ganzes erleben möchte, findet in unseren Artikeln zum Moorbad Schrems und zum UnterWasserReich zwei weitere Orte, die sich in wenigen Schritten verbinden lassen.
Thomas Mang
Geschäftsführer & Gründer
Thomas Mang ist Unternehmer im Bereich Hospitality und Geschäftsführer der edelførst Baumhäuser. Er entwickelt und betreibt mehrere Projekte, die für außergewöhnliche Aufenthalte stehen. Seine größte Motivation ist es, Orte zu schaffen, die Menschen glücklich machen und einzigartige Emotionen vermitteln. Die Baumhäuser sind für ihn ein Ort, der ihn auch nach zahlreichen Übernachtungen immer wieder aufs Neue fasziniert.
Mehr über
Waldviertel-entdecken
Blockheide Gmünd: Der Spielplatz der Riesen im Waldviertel

Waldviertel-entdecken
Moorbad Schrems: Ein Naturbadeteich, der sich nicht inszeniert

Waldviertel-entdecken
Wandern im Waldviertel: Vom Baumhaus aus

Waldviertel-entdecken
Ausflugsziele Waldviertel: Die schönsten Orte abseits der Massen

Waldviertel-entdecken
Waldviertel Geheimtipp: Wo Niederösterreichs Stille noch echt ist

Waldviertel-entdecken
UnterWasserReich Schrems: Stille Natur, die unter die Oberfläche geht

Waldviertel-entdecken
Die schönsten Radwege im Waldviertel: Vom Baumhaus direkt ins Abenteuer

Umění relaxace vysoké jako strom
Tady můžeš prostě nedělat nic. Číst si knihu, pozorovat přírodu, nechat myšlenky volně proudit. Absolutní ticho - přerušované pouze šustěním listí a občasným ptačím zpěvem.












